Die freie Trauung abends bei Sonnenuntergang: Eine Hochzeit, die anders beginnt

Heiratende läuft zu ihrer freien Trauung. Sie hält ihr Kleid fest
In diesem Beitrag zeige ich euch eine moderne Möglichkeit eure freie Trauung auf ein neues Level zu heben. Hier stelle ich euch das Konzept einer Abend-Trauung vor.(Gastbeitrag zusammen mit wedding planner Carmen Holzhauer)

Inhalt

Stellt euch vor, euer Hochzeitstag beginnt ganz entspannt mit einem gemeinsamen Mittagessen oder einem gemütlichen Nachmittag und die freie Trauung findet erst später statt. Wenn es langsam dunkel wird und die Hochzeitslocation in ein ganz besonderes Licht getaucht ist (viele kennen den Begriff auch als golden hour). Genau darum geht es bei diesem alternativen Hochzeitskonzept. Ich zeige euch, wie so ein Tag aussehen kann, worauf ihr beim Ablauf am Hochzeitstag achten solltet und wie schön es ist, eure Hochzeit mit einem neuen und modernen Konzept auszustatten.

Über die Gastautorin

Hochzeitsplanerin Carmen Holzhauer, Gründerin von Purelegance Weddings, begleitet Paare bei der Planung und Umsetzung ihrer Hochzeit. Ursprünglich kommt sie aus dem Projektmanagement und bringt daher ein ausgeprägtes Gespür für Organisation und strukturierte Abläufe mit. Gemeinsam mit ihren Paaren entwickelt sie Hochzeitskonzepte, die auf ihre Vorstellungen abgestimmt sind und gestaltet einen Tagesablauf, der sich für das Paar so entspannt wie ein Urlaubstag anfühlt. Denn ihr Ziel ist es, dass ihre Paare ihren Hochzeitstag in vollen Zügen genießen können, ohne sich um die Organisation kümmern zu müssen.

Wenn ihr mehr über Carmen und ihre Arbeit erfahren möchtet, schaut gerne auf ihrer Website vorbei.

Hochzeitsplanung: Ein alternativer Start in den Hochzeitstag

In der Hochzeitsplanung wird immer davon ausgegangen, dass der Tag mit der freien Trauung beginnt und alles andere sich danach ordnet. Wir wollen euch hier ein anderes Konzept vorstellen. Dabei muss man das Rad nicht neu erfinden. Die Abendtrauung ist eine Möglichkeit für alle die Paare, die sich eine besondere Atmosphäre wünschen. Statt zuerst zur freien Trauung zu fahren, startet der Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen oder Empfang am Nachmittag. Eure Hochzeitsgäste kommen weniger aufgeregt an. Ob ihr selbst schon in eurem Hochzeitsoutfit dabei seid oder euren großen Auftritt erst bei der Trauung habt, bleibt dabei euch überlassen. Die freie Trauung verschiebt sich damit in den frühen Abend. Das macht dieses Konzept besonders.

Der Beginn eures Hochzeitstags – Warum der Empfang wichtig ist

Ihr könnt euren Hochzeitstag zum Beispiel gegen 14 Uhr mit einem Aperitif und einem Empfang starten. Oder ihr beginnt direkt mit einem gemeinsamen Mittagessen. Während ihr zusammen esst, anstoßt, quatscht und lacht, kommt langsam Stimmung auf und alle haben Zeit, in Ruhe anzukommen.

Wie ihr den Start eurer Hochzeit gestaltet und wann es mit der freien Trauung weitergeht, solltet ihr ganz individuell planen. Die Zeit dazwischen macht einiges aus: Ist sie zu kurz, fühlt sich alles schnell gehetzt an. Ist es zu lang, kann es passieren, dass sich die Gäste fragen, wann es endlich weitergeht. Mein Tipp: Plant genügend Zeit zum Ankommen, Reden und Beisammensein ein. Aber achtet gleichzeitig darauf, dass es sich nicht so wirkt, als würde man den Teil bis zur Party künstlich in die Länge ziehen.

Das gemütliche Zusammensein vor der freien Trauung

Die Zeit mit euren Gästen vor der Trauung könnt ihr wie ein kleines Get-Together gestalten. Was bei vielen Hochzeiten am Tag vorher stattfindet, verlegt ihr bei diesem Konzept auf den Hochzeitstag selbst. Ihr habt Zeit, euch zu unterhalten, eure Hochzeitsgäste lernen sich untereinander kennen und alle können erst einmal in Ruhe ankommen, bevor es mit der Trauung losgeht. Dafür gibt es verschiedene Varianten. Welche für euch die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab und sollte immer individuell auf eure Hochzeit abgestimmt werden.

Eine Möglichkeit: Startet mit einem gemeinsamen Mittagessen. Dafür braucht es kein aufwändiges Drei-Gänge-Menü. Ein unkompliziertes Essen, bei dem alle gemütlich zusammen sitzen reicht völlig aus. Auch Family Sharing, bei dem verschiedene Speisen in die Mitte des Tisches kommen und alle gemeinsam zugreifen, passt gut zu diesem Gedanken. Es ist gesellig, unkompliziert und bietet eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Variante: Wenn euch der Zeitraum bis zur freien Trauung allerdings zu lang erscheint, könnt ihr den Start auch auf den Nachmittag legen. Je nach Tagesplan, Jahreszeit und geographischer Lage (z.B. bei destination weddings) kann es sein, dass zwischen dem ersten Zusammenkommen und der abendlichen Trauung mehrere Stunden liegen. In dem Fall könntet ihr einfach etwas später mit Kaffee und Kuchen oder einem Aperitif mit kleinen Häppchen starten.

Da eure Gäste bereits in ihren festlichen Outfits ankommen, stellt sich auch die Frage, was ihr selbst zum Empfang tragen möchtet. Ihr könnt von Anfang an in eurem fertigen Hochzeitslook dabei sein. Oder ihr entscheidet euch für ein Outfit, das festlich, aber noch nicht euer eigentlicher Hochzeitslook ist. So hebt ihr euch euren großen Auftritt für die freie Trauung auf und könnt eure Gäste später damit überraschen.

Gerade für die Braut kann das eine gute Lösung sein. Schließlich liegen zwischen Empfang und Trauung einige Stunden, in denen gegessen und gefeiert wird. Und dabei ist nicht ausgeschlossen, dass die Outfits etwas abbekommen.

Das Konzept der Trauung am Abend

Der Abschnitt der Trauung beginnt dann damit, dass die gesamte Hochzeitsgesellschaft geschlossen zum Trauungsort geht. Und dann startet der Höhepunkt des Tages: eure Trauung im Abendlicht.

Statt die Zeremonie auf den frühen Nachmittag zu legen, wie es meistens üblich ist, rückt sie bei diesem Konzept auf etwa 17:30 oder 18:00 Uhr. Gerade im Sommer und Herbst kann das Licht am Abend für eine schöne Atmosphäre sorgen. Die Sonne steht tiefer, es wird langsam dunkler und die Trauung bekommt einen ganz anderen Rahmen als mitten am Tag. Auch euer Fotograf wird euch danken, denn die Sonne knallt nicht direkt auf euch herunter und macht komische Schatten im Gesicht.

Trauung zur idealen Uhrzeit: Tipps zur Planung

Die ideale Uhrzeit lässt sich nicht pauschal festlegen. Sie hängt immer von der Jahreszeit, dem genauen Sonnenuntergang und eurem Trauungsort ab. Eine Trauung im Freien benötigt ein anderes Timing als z.B. eine Trauung in einem lichtdurchfluteten Gewächshaus. Deshalb empfehle ich, zuerst die Lichtverhältnisse an eurer Location zu prüfen und dann die genaue Uhrzeit festzulegen. 17:30 bis 18:00 Uhr ist oft ein guter Rahmen, aber nicht immer die beste Lösung.

Die Bedeutung des gemeinsamen Weges zum Trauungsort

Genau das ist auch ein Punkt, den ich an diesem Konzept so besonders finde. Es trudeln nicht nach und nach alle Gäste zur Trauung ein, sondern alle gehen als geschlossene Gesellschaft zum Trauungsort. Wenn sich die Hochzeitsgesellschaft nach dem Empfang gemeinsam auf den Weg zur Trauung macht, zeigt das einen feierlichen Übergang.

Der Weg zum Trauungsort sollte bei diesem Konzept nicht einfach nur ein Weg sein, sondern darf auch dekorativ gestaltet werden. Mit ein paar passenden Deko-Elementen, Blumen oder Kerzen schafft ihr einen festlichen Rahmen und macht schon den Weg zur Trauung zu einem Teil der Zeremonie.

während der Abendtrauung hält das Paar Hände. Die Braut trägt einen Goldring

Emotionen & Romantik nach der freien Trauung

Sonnenuntergangsshooting: Tipps für die perfekten Fotos

Wenn ihr eure freie Trauung bewusst auf den Abend legt, habt ihr auch für das Paarshooting eine richtig schöne Möglichkeit: Ihr könnt die Fotos rund um den Sonnenuntergang machen. Gerade im Sommer und Frühherbst ist das Licht zu dieser Zeit oft besonders schön und schmeichelt auf den Bildern. Findet eure Trauung zum Beispiel gegen 17:30 oder 18 Uhr statt, könnt ihr das Shooting wunderbar danach einplanen. Je nachdem, wann die Sonne untergeht. So entstehen Bilder in einem ganz anderen Licht als bei einem Shooting am frühen Nachmittag. Und ganz nebenbei habt ihr nach der Trauung noch einen Moment für euch, bevor es mit dem Dinner und dem restlichen Abendprogramm weitergeht.

Wichtig ist, das Shooting nicht zu lang zu planen. 20 bis 30 Minuten reichen meist aus, wenn der Ort gut gewählt ist und der Ablauf klar definiert ist. So bleibt ihr im Moment, eure Gäste warten nicht zu lange und es entstehen dennoch schöne Aufnahmen.

Den Ort für das Paarshooting solltet ihr am besten schon bei der Planung im Blick haben. Ideal ist es, wenn ihr dafür nicht erst weit fahren müsst, sondern direkt in der Nähe eurer Trauung oder Dinnerlocation schöne Plätze findet. Das kann ein Garten sein, eine Wiese mit Blick auf die untergehende Sonne, ein Weg am Feldrand oder eine schöne Terrasse. Vielleicht bietet eure Hochzeitslocation schon die passende Kulisse? Wichtig ist vor allem, dass ihr den Ort gut erreicht und das Timing zum Sonnenuntergang passt. Schließlich möchtet ihr die Zeit für eure Fotos nutzen und nicht damit verbringen, von A nach B zu kommen.

Wichtig ist dabei, dass ihr  euch für erfahrene Hochzeitsfotografie und Videobegleitung entscheidet. Das spart unfassbar viel Zeit. Ein professionelles Team weiß, wie es das vorhandene Licht nutzt und euch so anleitet, dass schöne, natürliche Aufnahmen entstehen, ohne dass ihr ewig vor der Kamera stehen müsst. So bleibt mehr Zeit für euch und eure Gäste, während trotzdem tolle Erinnerungen an euren Hochzeitstag entstehen.

Das Dinner: Ein harmonischer Übergang zur Feier

Nach der freien Trauung und einem kurzen Shooting geht es nahtlos ins Dinner über. 

Eure Gäste kehren dazu gemeinsam von der freien Trauung zurück oder setzen sich direkt an die Tafel, Gespräche entstehen fast von selbst, denn man hatte ja vorher schon genug Zeit sich kennenzulernen und die Energie bleibt gesammelt. Die Stimmung nach der Trauung nehmt ihr so direkt mit zum gemeinsamen Abendessen.

Häufige Fragen zur Planung einer Trauung am Abend

Wie wähle ich die beste Uhrzeit für meine freie Trauung?

Ich plane die Uhrzeit immer rückwärts, vom gewünschten Licht und dem Sonnenuntergang. Eine Trauung im Abendlicht funktioniert nur gut, wenn Jahreszeit und Location passen. Im Hochsommer kann 18:00 Uhr ideal sein, im Frühjahr oder Spätherbst kann derselbe Zeitpunkt jedoch zu spät oder kühl sein. Schaut also nicht nur auf die Uhr, sondern auf das tatsächliche Licht vor Ort. Am besten besucht ihr die Hochzeitslocation ungefähr zur geplanten Uhrzeit, um zu prüfen, wie die Sonne wirkt.

Was passiert, wenn das Wetter nicht mitspielt?

Dieses Konzept benötigt wie jede Hochzeit einen Plan B. Wenn Regen, Wind oder Kälte möglich sind, solltet ihr eine gleichwertige Alternative haben, die die Stimmung nicht beeinträchtigt. Überdachte Terrassen, Glashäuser (mein Favorit!), Wintergärten oder helle Innenräume sind ideal. Auch das Sonnenuntergangsshooting kann bei nicht perfektem Wetter stattfinden; bei bewölktem Himmel entstehen auch sehr schöne Bilder. Und auch eine freie Trauung um 14:00 Uhr kann verregnet sein.

Kann ich die freie Trauung anpassen, wenn ich einen anderen Zeitplan habe?

Ja, das ist möglich. Dieses Modell ist kein starr strukturiertes Schema. Wir stellen euch hier ein flexibles Konzept für eine bestimmte Atmosphäre vor. Wenn ihr früher starten möchtet oder im Winter heiratet, kann der Ablauf angepasst werden. Entscheidender Punkt ist, dass das gemeinsame Ankommen, der Übergang zur Zeremonie und die abendliche Stimmung erhalten bleiben.

Wie finde ich die passende Hochzeitslocation für die Abendtrauung?

Ich würde immer nach Orten suchen, die mehrere Phasen des Tages sinnvoll verbinden. Ihr benötigt Raum für den Empfang, einen gemeinsamen Weg zur Trauung, Platz für ein Dinner und idealerweise schöne Fotospots. Besonders geeignet sind Hochzeitslocations mit Außenbereichen, Gärten, Innenhöfen oder interessanter Architektur. Fragt bei Besichtigungen gezielt nach Wegen, Umziehmöglichkeiten und Lichtverhältnissen am späten Nachmittag.

Papeterie french stil für die freie abendliche Trauung in Regensburg

Fazit: Eine freie Trauung am Abend als modernes Konzept mit unvergesslicher Atmosphäre

Der besondere Reiz dieses Hochzeitskonzepts liegt nicht darin, den Tag möglichst anders oder praktisch zu gestalten. Vielmehr geht es um eine Atmosphäre, die mit einem klassischen Ablauf oft nicht entsteht. Wenn ihr den Hochzeitstag mit Kaffee und Kuchen, einem stilvollen Aperitif oder Mittagessen beginnt, kommen eure Gäste zusammen und bilden bereits vor der Trauung eine Gemeinschaft. Ihr beginnt also nicht mit einem einzelnen Höhepunkt, sondern setzt einen Spannungsbogen in Gang, der sich über den gesamten Tag erstreckt.

Dieses Konzept der Hochzeitsplanung schafft Nähe und Ruhe beim Ankommen. Und der Weg zur freien Trauung bekommt dadurch nochmal eine besondere Note. Statt dass Gäste nacheinander ankommen und auf den Beginn warten, bewegt sich die gesamte Gesellschaft geschlossen in Richtung Trauungsort. Allein das verändert ganze die Dynamik des Hochzeitstages.

Ich sehe darin eine sinnvolle Möglichkeit für Paare, die sich eine Hochzeit mit ganz besonderer Stimmung wünschen. Der Tag beginnt offen und gesellig und mündet in einer Trauung mit markanter Wirkung. Danach entsteht ein weiterer besonderer Moment. Während eure Gäste vielleicht bereits zum Dinner übergehen, könnt ihr ein kurzes Sonnenuntergangsshooting einplanen. So entstehen nicht nur romantische Bilder, sondern auch ein paar Minuten zu zweit, bevor der Abend in den nächsten Abschnitt übergeht.

Auch der Übergang nach der Trauung zur Party ist bei diesem Ablauf sehr fließend. Es braucht keinen abrupten Schnitt zwischen dem emotionalen Ja-Wort und dem Feierbeginn. Stattdessen folgt das Dinner fast nahtlos aus der Stimmung der freien Trauung heraus. Wenn danach die Party beginnt, ist die Stimmung perfekt.

Heiratende läuft zu ihrer freien Trauung am Abend. Sie hält ihr Kleid fest